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Geschichte und besondere Orte

Geschichte der Pfarrgemeinde

Die christlichen Wurzeln von Wirtheim reichen sehr weit zurück. Es ist davon auszugehen, dass bereits zu Beginn des 6. Jahrhunderts die fränkischen Eroberer christliches Gedankengut in unser Gebiet mitbrachten. Auf dem südlichen Bergvorsprung oberhalb von Wirtheim ( Vordere Alteburg ) errichteten vermutlich die Franken eine Herrenburg ( Ringwall genannt Kringel ) von der aus sie das mittlere Kinzigtal und das untere Biebertal kontrollierten.
Als die Franken später von der Herrenburg auf den Schwemmkegel der Biebermündung ( Alt-Wirtheim ) umzogen, strukturierten sie das vorher von Alemannen besiedelte Gebiet zwischen Kinzig und Bieber neu. Im Zentrum wurden der Platz für die Kirche und den Friedhof sowie das Pfarrgelände und der Wohnbereich für die neuen fränkischen Eroberer festgelegt. Die Restfläche überließen sie der alemannischen Ur-Bevölkerung.
Wie es im 8. Jahrhundert von Bonifatius, dem Missionar für Germanien, praktiziert worden war, dürfte auch die Christianisierung Wirtheims durch eine Massentaufe begonnen haben. Ebenso erfolgte die Namensgebung der Pfarrei und der kleinen Holzkirche. Sie wurden, wie es nach dem Sieg über die Mauren 732 häufig der Fall war, nach den Apostelfürsten Petrus und Paulus benannt.
Im Jahr 976 kam der damals bedeutende Ort Wirtheim durch Schenkung des deutschen Kaisers Otto II. an das Stift Peter und Alexander nach Aschaffenburg und damit in den Einflussbereich von Mainz, in dem es über 800 Jahre blieb. Zur Pfarrei Wirtheim gehörten zu dieser Zeit Kassel, Höchst, der Niederhof und Hergeresfeld ( heute Wüstung ).


Am 21. Dezember 1184 wurde in Verona durch Papst Lucius III. ein für die Pfarrgemeinde Wirtheim bedeutendes Dokument ausgestellt. Auf Antrag von Probst Wortwin vom Stift „St. Peter und Alexander Aschaffenburg“ bestätigte der Papst in einer Urkunde, dass für weitere Jahrhunderte wichtige Pfarreien, die bereits zum Stift in Aschaffenburg gehörten, so auch die Pfarrei Wirtheim, unter seinen besonderen Schutz gestellt wurden.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein der Geschichte Wirtheims war der Erlass Kaiser Karl IV., der am 29.12.1365 auf Veranlassung des Mainzer Erzbischofs Wirtheim Stadtrechte verlieh. Im Rahmen der danach stattfindenden Befestigung des Siedlungsgebietes durch Mauern und Türme erfolgte vermutlich auch der Neubau der Kirche im romanischen Stil. Sie wurde als „Wehrkirche“ errichtet: umgeben mit einer hohen Mauer und ergänzt durch einen Kirchturm mit Schießscharten von dem aus das Gelände von Bieber- und Kinzigtal beobachtet und verteidigt werden konnte. Dieses Kirchengebäude, das 1861 und 1936 erweitert wurde, ist heute noch die wichtigste Bausubstanz des Wirtheimer Gotteshauses.

Im Kircheninneren befinden sich sakrale Gegenstände und Einrichtungen aus mehreren Jahrhunderten:
In der Absis wurde im Jahr 1970/71 ein Lebensbaum aufgestellt, an dem eine alte Kreuzigungsgruppe befestigt ist. Die Figuren stammen vermutlich aus dem frühen 16. Jahrhundert und waren ursprünglich in einer Seitenkapelle angeordnet. Aus der Zeit der Renaissance stammen die beiden aus Lindenholz geschnitzten Apostelfürsten Petrus und Paulus und der Erzengel Michael. Im Seitenschiff steht ein Marienaltar aus dem Ende des 17.Jahrhunderts. Die Ursprünge der Orgel, insbesondere das barocke Orgelprospekt, stammen aus dem Jahr 1737. Die Orgel wurde mehrmals grundlegend umgebaut und erneuert.

Herr,
mache mich zu einem Werkzeug Deines Friedens,


Dass ich liebe, wo man hasst,


Dass ich verzeihe, wo man beleidigt,


Dass ich verbinde, wo Streit ist.

Heiliger Franziskus